CinemaxX Tickets des Kinos

Das Kino

Das CinemaxX Bielefeld liegt direkt hinter dem Hauptbahnhof.

Von außen ein eher unscheinbarer, kubischer Zweckbau, ist das Bielefelder CinemaxX innenarchitektonisch durchaus gelungen. Das großzügige Foyer empfängt die Gäste in der ersten Ebene. Eine großzügige Treppe führt zur zweiten Ebene, die auch den Zugang zu den großen Sälen ermöglicht.

Geschichte

Im Wettstreit um die Eröffnung eines Multiplexes waren damals unter anderem die Bielefelder Stadtpolitik, H. J. Flebbe als Betreiber der „traditionellen“ Kinos Atrium, Astoria, Capitol und Movie sowie die damaligen Betreiber der Kamera, Ingrid und Eberhard Heise, in Partnerschaft mit Kieft & Kieft (CineStar) beteiligt.

Als erster ins Ziel ging am Dezember 1998 das CinemaxX, dicht gefolgt vom CineStar im April 2000, dann allerdings ohne die ursprünglich angedachte Beteiligung der Kamera-Betreiber.

Dass dieses Überangebot zu einer totalen Veränderung der Kino-Landschaft führen würde, kam wenig überraschend. Von den Flebbe-Kinos konnte lediglich das Astoria noch bis 2008 bestehen, während die Skala mit Eröffnung des CineStars geschlossen wurde. Nur die Kamera und das Lichtwerk konnten sich als Arthouse-Kinos weiterhin am Markt behaupten.

2012 wurde die CinemaxX AG dann von der britischen Vue Entertainment als Tochter übernommen und ist seitdem nicht mehr börsennotiert. Direkte Auswirkungen auf Bielefeld gab es bereits im ersten Jahr der Übernahme.

Umgestaltung 2012

Im Jahr 2012 wurde der Foyerbereich grundlegend umgestaltet. Der einstige „Flebbe-Plüsch“ wich einer mutigen und frischen, zugleich aber etwas kühl wirkenden Hellgrün-Grau-Kombination.

Die schall- und cola-absorbierende, über die Jahre jedoch deutlich abgenutzte Teppich-Auslegeware wich einem pflegeleichten Bodenbelag. Dieser verleiht dem Foyer nun ein gewisses Supermarkt-Ambiente, das durch die neue Gestaltung des Concession-Bereichs mit seinen Verkaufsregalen zusätzlich betont wird.

Der Kassenbereich wurde erheblich zurück gebaut, was sicherlich dem geänderten Bezahlmodell über den Online-Vorverkauf geschuldet ist.

Zur großen Freude der Kinder wurde eine lange Rutsche von der zweiten Ebene herunter zur ersten installiert.

Die Säle selbst blieben von diesem Umbau weitgehend unberührt, was das Gesamtkonzept zwar etwas unausgegoren erscheinen lässt, der Gemütlichkeit während des Filmschauens jedoch zugutekommt.

Umgestaltung 2021

Im Sommer 2021 dürfte sich die Sitzplatzkapazität mindestens halbiert haben, denn die Corona-Zwangspause bot Gelegenheit zum Umbau aller Säle.

Dabei wurde die Anzahl der Sitzreihen halbiert, der Teppich ähnlich wie bereits im Foyer ersetzt und alle Plätze mit den vom CinemaxX zunächst als „Recliner“, seit 2025 als „Lux“ bezeichneten Sitzen ausgestattet.

Diese zeichnen sich durch eine elektrisch verstellbare Fußablage aus, wobei bei Nutzung dieser Ablage dann der gesamte Stuhl in eine Liegeposition fährt, was unter Umständen eine gewisse Assoziation zu einer zahnärztlichen Behandlung auslöst, aber durchaus bequem ist.

Zusammen mit der wirklich großzügigen Beinfreiheit sitzt man so tatsächlich auf allen Plätzen „1. Klasse“. Der in drei Kategorien gestaffelte Preis macht sich alleine am Abstand zur Leinwand fest.

Ansonsten blieben die Säle bezüglich Wandbespannung und Lichtkonzept weitestgehend unverändert.

Umgestaltung 2025

„Lux“ reicht nicht? Also gibt es nun, gegen einen kleinen Aufpreis, „Ultra Lux“: Weniger rutschig, mehr Distanz zum Nachbarn und eine exklusive Gepäckablage für Fernreisende. Die Besucher-Kapazität der Säle wird durch diese Maßnahme nochmals verringert.

Technik

Analoge Projektion

Mit Eröffnung des Hauses verfügten alle Säle über Kinoton 35mm Projektion mit Dolby Digital Ton. Die großen Säle 4, 7 und 8 hatten zusätzlich das dts System installiert.

Die Säle 7 und 8 waren die ersten Bielefelder Kinos mit THX-Zertifikat, mitterweile ist die Lizenz (wie in allen CinemaxX-Häusern) aber erloschen.

Digitale Projektion

Mit Avatar - Aufbruch nach Pandora wurde auch die Digitalisierung des CinemaxX Bielefeld konsequent verfolgt und die analoge 35mm Projektion sukzessiv durch Sony-Digital-Projektion ersetzt.

Alle 3D-fähigen Säle erhielten dafür neue, speziell beschichtete Leinwände, um das Polarisations-Verfahren der passiven Real-3D Technik umsetzen zu können. Dem aufmerksamen Kino-Nerd fiel das durch eine ungleichmäßige Helligkeits-Verteilung im 2D-Betrieb auf, wenn der Sitzplatz nicht mittig gewählt war. Auch wurden gelegentlich, vielleicht um Auf- und Abbau der Real-3D Optiken zu vermeiden, 2D-Filme durch die Optik vorgeführt, was bei vorhanderer 4K-Quelle effektiv zu einer 2K-Projektion mit dunklerem Bild führt.

Nach der Abkündigung der Sony-Digital-Projektoren werden alle CinemaxX Häusern auf Barco-Laserprojektion umgestellt, in Bielefeld ist die Umstellung Stand 2025 abgeschlossen. In Saal 8 ist sogar eine Doppelprojektion installiert, um die Helligkeit des Bildes zu optimieren.

Leinwandformate

Verfügten zu 35mm-Zeiten alle Säle über die Möglichkeit, die Leinwand je nach Filmformat korrekt zu maskieren, so scheint mit den letzten Umbauten in der Projektion hier in einigen Sälen (erlebt in Saal 1) eine 1,85:1 Festmaskierung vorgesehen zu sein, in der 2,35:1 Cinemascope Filme im Letterbox-Format mit schwarzen Balken oben und unten gezeigt werden. Von Seiten des Kinos gab es hier auch auf mehrfache Nachfrage leider keine Begründung für diese merkwürdige Vorgehensweise.